Sessions

Workshop: „Podcast – Verschaff dir Gehör!“ von Viola Schmidt:

Ob Expert_innen-Interview, Eindrücke von Demos oder kurzweilige Reportagen – ein Audiopodcast bietet vielseitige Möglichkeiten, Inhalte unterhaltsam und spannend zu vermitteln. Podcasts erscheinen in regelmäßigen Abständen und können von den User*innen abonniert und zu beliebigem Zeitpunkt gehört werden. Mit relativ geringem Aufwand lassen sie sich produzieren und verbreiten. Was man dafür braucht, welche Formen und Formate denkbar sind und wieso Podcasting auch für Counter Speech eine wichtige Rolle spielen kann, wollen wir in diesem Einführungsworkshop gemeinsam erarbeiten.

 

Vortrag: „No World Order – Wie antisemitische Verschwörungsmythen die Welt verklären“ von Jan Rathje

Verschwörungserzählungen begleiten auch die aktuellen Krisen. Als „Lügenpresse“ und „Volksverräter“ Vorwürfe begegnet man ihnen auf Demonstrationen der aktuellen rechtsextremen Bewegungen, in ihren „alternativen“ Medien und den Sozialen Netzwerken. Die Anhängerinnen und Anhänger von Verschwörungsideologien und –mythen machen auf diese Weise deutlich, dass es sich bei den zugrundeliegenden Erzählungen eben nicht ausschließlich um Unterhaltung handelt, sondern ihnen der Wunsch nach der Vernichtung von Widersprüchen innewohnt.
Der Vortrag mit anschließender Diskussion behandelt die Funktionen und Ursachen von Verschwörungsideologien sowie gesellschaftliche Probleme, die aus ihnen erwachsen.

 

Vortrag: „Die essen unsere Schwäne!“ von Karolin Schwarz

Spätestens seit dem vergangenen Sommer brodelt es in der Gerüchteküche. Das Ziel: Geflüchtete, “Südländer”, “Nordafrikaner”. Mit Gerüchten wird Stimmung gemacht – die Hoaxmap hat sich zum Ziel gemacht, diese Vorfälle zu dokumentieren und entschlüsseln.

 

Vortrag: „Sie wollen, dass Du schweigst – Umgang mit Hate Speech“ von Merle Stöver

Ihr sehnlichster Wunsch ist es, dass Du den Mund hältst. Dass sie Dich mit ihrem Hass zum Schweigen bringen, immer wieder wollen sie Dich brechen und Dir nachts keine ruhige Minute mehr lassen. Wer einmal zur Zielscheibe des geballten Hasses in anonymen Nachrichten und Kommentarspalten geworden ist, weiß, was Drohungen und Beleidigungen auslösen können.
In diesem Vortrag geht es um Hate Speech. Es sollen anhand von eigenen Erfahrungen Wege aufzeigt werden, wie man mit Hassnachrichten umgehen kann, denn: Wer im Netz für das gute Leben streitet, kann meist keine faire Diskussion erwarten – im Gegenteil.

 

Vortrag: „Hate  Speech – Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit in Zeiten von Social Media“ von Maxine Bacanji

Was tun, wenn die gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit im Netz in Form von Hetze Überhand nimmt oder Freund*innen seltsame Seiten liken? In diesem Vortrag wird ein Überblick über die verschiedenen Formen der Hate Speech im Bezug auf gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit gegeben und Strategien der Counter Speech aufgezeigt. Bei welchen Hetzer*innen hat eine Diskussion noch Sinn, wer ist schon zu ideologisch gefestigt und was sind Anzeichen dafür? Diesen Fragen und weiteren werden wir nachgehen und die einzelnen Möglichkeiten der Counter Speech zusammen diskutieren und auf ihre Vor-und Nachteile prüfen.
(passend im Anschluss: Stephan Urbachs Workshop, in dem aktiv an verschiedenen Beispielen für Hate Speech gearbeitet wird.)

 

Workshop: „#Holocaust – Wie sprechen über Nationalsozialismus und Vernichtung in den sozialen Netzwerken?“  von Lisa Janz

Selfies aus Konzentrationslagern, Hashtags zu Anne Frank, Karikaturen von Hitler als Hipster: Auf Facebook, Twitter und Instagram wird sich natürlich (auch) über die nationalsozialistischen Verbrechen und deren Aufarbeitung ausgetauscht. Im Workshop wird beispielhaft aufzeigt, wie das Thema konkret verhandelt wird. Gemeinsam soll diskutiert werden, ohne zu moralisieren, wie eine sinnvolle Nutzung der sozialen Netzwerke zur Aufklärung über den Nationalsozialismus aussehen kann.

 

Vortrag: „Putin und Russlandbild der Rechtspopulisten“ von Elena Lukinykh

‘Politiker Russlands sind schlauer und schützen ihr Volk vor Überfremdung’.

Kommentare wie diese sind sehr beliebt in den rechtspopulistischen Gemeinden. Russland, was vom Putin bildlich verkörperlicht wird, ist dazu als ein idealer Nationalstaat präsentiert. Ein männlicher Führer, der seine Nation schützt, wird als Vorbild verwendet. Auch andere Realitäten, wie bisweilen offener Autokratismus und Einschränkungen der Meinungsfreiheit werden in populistischen Spektren nicht weiter problematisiert.
Jedoch ist dieses Bild von Russland richtig? Oder ist es nur eine ‘schöne Phantasie‘ von etwas, das in der Realität nicht existiert? In dieser Session möchte ich das Handlungsmuster der russischen Rechtspopulisten identifizieren und dieses durch Beispiele verdeutlichen.

 

Vortrag:“Blogs unter Druck“ von Stefan Laurin; Ruhrbarone

Viele, über die kritisch berichtet wird, versuchen Medien auf rechtlichem Weg zu behindern. Journalisten in großen Verlägen können auf die Rechtsabteilungen ihrer Häuser setzen. Bei kleinen Medien, wie Blogs wird es schon schwieriger.

 

Workshop: „Schnupperstunde Programmieren: Yes we can!“ von Marie Kochsiek;
Heart of Code

Programmieren ist für viele eine magische Blackbox, die hinter einer bunten Oberfläche verschwindet. In dieser Schnupperstunde schauen wir uns an, wie wichtig Programmieren für politische Projekte sein kann. Denn das Netz und die Software, die wir täglich nutzen, können wir mit Code so gestalten, wie wir es selbst für richtig halten. Außerdem hauen wir noch in die Tasten, um uns in unseren ersten eigenen Zeilen Code zu versuchen: Because we can!

 

Vortrag: „YouTube und Feminismus: Eine Hassliebe!“ von Tarik Tesfu

Wie kommt man eigentlich auf die Idee, auf YouTube feministische Inhalte zu posten? Eine Frage, die der selbsternannte Gender-Messias aka Videokolumnist, Tarik Tesfu, gerne und oft gestellt bekommt. Und schaut man sich die Kommentare unter seinen Videos an, entsteht der Eindruck: YouTube-Deutschland 2016, gute Nacht. In seinem Vortrag erklärt Tarik, warum es so wichtig ist, auf YouTube feministischen Content zu verbreiten, wie die Idee zu seinem Projekt entstanden ist und wie er mit Hasskommentaren umgeht. Damit jede_jeder weiß worum es geht, bringt Tarik eins seiner Videos mit, das dann gerne analysiert, kritisiert und diskutiert werden darf.

 

Vortrag: „Filter-Bubbles und ihre Folgen – So informieren sich Rechte im Netz“ von Miro Dittrich

Da für Rechte die „Mainstream-Medien“ ja eh nur von „denen da oben“ gesteuert werden um brave Deutsche zu manipulieren, gehe ich der Frage nach, auf welchem Wege sie sich dann über aktuelle Themen und die Welt informieren. Dabei stimmen diese natürlich immer mit den Annahmen ihrer Fans über Geflüchtete und den Islam überein. Was passiert aber, wenn dies die einzigen Informationen sind, die für die eigene Weltkonstruktion zur Verfügung stehen? In meinem Vortrag werde ich einerseits erklären, wie diese Seiten arbeiten, aber auch an Beispielen konkret zeigen, wie sich die daraus bedingten geschlossenen Weltbilder äußern.

 

Lesung: „An einem Tag für rote Schuhe“ von Kerstin Grether

Kerstin Grether konnten wir für die Betavision gleich für zwei tolle Vorstellungen gewinnen. Samstag tritt sie mit Doctorella auf und sorgt für großartige Livemusik und außerdem wird sie aus ihren Büchern lesen:
Kerstin Grether ist Schriftstellerin, Sängerin und (Popkultur-)Journalistin. Sie schreibt seit ihrer Jugend für das Popkulturmagazin „Spex“. Ihr wird gar die „Erfindung“ des Pop-Feminismus zugeschrieben. Sie singt, spielt Keyboard und schreibt Songs bei der Chansonrock-Band Doctorella.
Wenn sie einen Roman schreibt, dann muss es ein Pop und ein Gesellschaftsroman in einem sein, dabei aber die seelischen Abgründe der Protagonisten ausleuchten. Ihr Roman Zuckerbabys (Ventil 2004, Suhrkamp 2006) wurde ein Longseller. Auf der Betavision liest sie ein paar drastische Passagen aus Zuckerbabys, ihrem Roman über Magersucht. Außerdem aus ihrem 2014 erschienenen Roman
„ An einem Tag für rote Schuhe“: er ist leuchtendes Manifest gegen die allgegenwärtige Rape Culture. Und erkennt die Zeichen des Bösen in einer auf Mobbing aufgebauten Gesellschaft. Wie nebenbei wird das Musikgeschäft beschrieben. Schlagfertig, humorvoll und in starken Dialogen. Wie es seine weiblichen Genies auflaufen lässt, sie in den Wahnsinn treibt und mit Gewalt an tradierten Geschlechternormen festhält.

 

Vortrag: „Das Wiki der Neuen Rechten“ von Victoria Schulte

Das Wiki „Neue Rechte“ dient dem Zweck, Verbindungen zwischen den Akteur*innen und das Netzwerk hinter den „Neuen Rechten“ offenzulegen, um einen Überblick zu geben und Zusammenhänge besser erkennbar zu machen. Der Vortrag gibt einen Einblick in die Entstehung des Wiki, seine Funktionsweise und die wenig begeisterten Reaktionen der Rechten.

 

Lesung: „Neustart – Aus dem leben eines Netzaktivisten“ von Stephan Urbach

“ Ein guter Hacker ist jemand, der die Welt ein kleines bisschen besser machen will.“
Freitag Abend wird es gleich zur Einstimmung eine Lesung von Stephan Urbach geben. Dieser wird sein Buch „Neustart – Aus dem Leben eines Netzaktivisten“ vorstellen.
Es lohnt sich also am Freitag direkt nach Feierabend zur Betavision zu fahren!

 

Vortrag: „Die Identitäre Bewegung“  von Carla Reveland

„Ich fürchte mich nicht vor der Rückkehr der Faschisten in der Maske der Faschisten, sondern vor der Rückkehr der Faschisten in der Maske der Demokraten.“ Was Theodor W. Adorno befürchtet hat, ist heute aktueller denn je. Die rechtsextreme Szene hat sich im Hinblick auf Strukturen, Aktions- und Kommunikationsformen in den letzten Jahren stark gewandelt. Die „Identitäre Bewegung Deutschland“ zeigt exemplarisch auf, wie moderne Rechtsextremisten neuerdings on- und offline agieren und die politischen Stimmungen in Deutschland für ihre Zwecke nutzen. Sie streben mit ihrer mehr oder minder verschleierten Form des Rechtsextremismus nach Aufmerksamkeit und Akzeptanz in der breiten Gesellschaft. Wie stark die Identitären tatsächlich sind, wird in diesem Vortrag behandelt und diskutiert.

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